Spartenübergreifendes Spektakel von Tanz und Schauspiel nach MARY SHELLEY, Bühnenfassung: STEPHAN BEER und GEORG BURGER
1816 – das »Jahr ohne Sommer«: keine Sonne, nur Kälte und Dunkelheit. Ursache ist ein Vulkanausbruch in Indonesien, doch davon wissen die Menschen in Europa nichts. Außergewöhnlich heftige Gewitter zwingen Mary Shelley und ihre Begleiter, die Ferien in den vier Wänden eines Chalets am Genfersee zu verbringen. Um der Langeweile zu entfliehen, schlägt der Gastgeber Lord Byron vor, sich Schauergeschichten auszudenken. Die erst 18-jährige Mary ersinnt dabei eine der berühmtesten Geschichten der Weltliteratur: Frankenstein!
Victor Frankenstein, Student in Ingolstadt, findet den Schlüssel, Leben zu erschaffen. Aus Leichenteilen kreiert er mithilfe allerlei obskurer Mittel ein extrem großes, starkes, aber abscheulich aussehendes Geschöpf. Victor ist entsetzt und verstößt das Wesen, das in seinen Augen ein Monster ist. Dabei hat es eine verletzliche Seele, ist intelligent, lernt die menschliche Sprache und ist auf der Suche nach Liebe und Gemeinschaft. Doch nicht nur von seinem Schöpfer, auch von anderen Menschen erfährt die Kreatur immer wieder Abscheu und Ablehnung. In rasender Wut richtet sich deren todbringende Rache schließlich gegen ihren Erschaffer.
In einer opulenten Koproduktion von Schauspiel und Tanz bringen der renommierte Choreograph Bryan Arias, Schauspieldirektor Stephan Beer und Tanzdirektorin Luisa Sancho Escanero mit ihrem Team diesen an starken Gefühlen und Bildern überbordenden Stoff auf die Große Bühne.
Ab 14 Jahren
Mit freundlicher Unterstützung der »Freunde des Pfalztheaters«

nachtkritik
15. März 2026, Uwe Loebens
»Schauspiel, Ballett und nicht zuletzt auch die live gespielte Musik setzen auf emotionale und intellektuelle Zwischentöne und nicht auf Überwältigungsstrategien. (…) Die [Regie Tanz und] Choreografien des Balletts [beide von Bryan Arias] vermitteln die verschiedenen Handlungsstränge und Zeitebenen. Als vervielfältigte Schatten der agierenden Figuren ziehen starke Tänzer:innen eine zweite interpretatorische, emotionale Ebene ein. Dabei gelingen ihnen ungeheuer anrührende Szenen. (…) Es ist nur eine der Leistungen der insgesamt gelungenen Inszenierung, dass sie etwa den ikonischen Film ›Frankensteins Monster‹ von 1931 vergessen lässt.«
Die Rheinpfalz
15. März 2026, Rainer Dick
»Großer Wurf: ›Frankenstein‹ in Kaiserslautern. Für die Premiere gab’s heftigen Beifall. (…) Ein einzigartiges, fesselndes, staunenswertes Seh- und Hörerlebnis, das gänzlich einnimmt. Kaiserslauterns Tanzchefin Luisa Sancho Escanero, die zusammen mit Stephan Beer [Regie (Schauspiel)] Idee und Konzept des Abends entwickelte, und Choreograph [Regie Tanz] Bryan Arias bereichern, kontrastieren, kommentieren den Handlungsfaden um atemberaubend faszinierende Tableaus voller Dynamik und Poesie. So gerät dieser ›Frankenstein‹ zum schauwertreichen Spektakel. Sounddesigner Jan S. Beyer und seine Partner bereichern den Triumph der Schaulust um ein untrennbares Hörerlebnis.«