Tanzabend von PAU ARAN
Anhand von Fotografien, Erzählungen und persönlichen Gegenständen möchte Pau Aran das Erbe von queeren älteren Menschen sichtbar machen, Stereotype hinterfragen und einen neuen Raum von Liebe und Akzeptanz schaffen. Diese Menschen, die im LGBTQ+-Diskurs häufig vergessen werden, waren Säulen im Kampf um Gleichheit und bieten eine einzigartige Perspektive, die die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft. Ihre Erfahrungen im Widerstand gegen eine von rigiden Normen dominierte Gesellschaft sowie ihre Kreativität sind von unschätzbarem Wert auf dem Weg in eine inklusivere Zukunft.
In einer Welt, die ältere Menschen häufig marginalisiert – insbesondere diejenigen, die gesellschaftliche Normen sprengen – taucht der Tanzabend ein in die Schnittstelle von Geschlechtsidentitäten, sexueller Vielfalt und generationenübergreifender Weisheit.
Pau Aran gehörte 15 Jahre lang dem Ensemble des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch an und wirkt heute im künstlerischen Team von Sidi Labi Cherkaoui. Ein großes Anliegen ist es ihm, die eigenen künstlerischen Erfahrungen an die junge Generation weiterzugeben. Diesen Tanzabend entwickelt er gemeinsam mit dem renommierten Soziologen Miquel Missé und Dramaturgin Eva Martinez, die lange als künstlerische Programmgestalterin von Sadler’s Wells in London wirkte.
Die Rheinpfalz
12. Januar 2026, Konstanze Führlbeck
„In seinem umjubelten Tanzabend „Erinnerungen an den Widerstand“ spürt der katalanische Choreograf Pau Aran am Pfalztheater Kaiserslautern den Geschichten homosexueller Menschen und ihrem Ringen um Sichtbarkeit in der Gesellschaft nach. (…)
Das leben die Tänzerinnen und Tänzer im Spiel mit wechselnden Geschlechterrollen aus, lustvoll und selbstvergessen zugleich erzählen sie ganz im Stil des Tanztheaters von Pina Bausch Geschichten voller Poesie, die sich einer konkreten Festlegung entziehen und doch unglaublich präsent, ausdrucksstark und berührend sind. Musik, Sprache, Körper und Bewegung lassen dabei ein ganzheitliches Theaterkonzept entstehen, das einen Bilderbogen zutiefst persönlicher Momente spannt. Das Publikum feierte den Abend stehend mit lang anhaltendem Applaus.“