Aus Düsternis zum Licht
Gustav Mahler war seiner Zeit voraus, ein »Zeitgenosse der Zukunft«, wie sein Biograph Kurt Blaukopf ihn nannte. An der Schwelle zum 20. Jahrhundert baut er auf der Tradition der Spätromantik auf, lenkt den Blick aber gleichzeitig in Richtung Moderne. Hat er mit seinen ersten vier Sinfonien den Bezug zu den traditionsreichen »Wunderhorn-Liedern« gesucht, in den Sinfonien Nr. 2 bis Nr. 4 sogar in gesungener Form, konzentriert er sich in seiner fünften Sinfonie ausschließlich auf den instrumentalen Satz. Er gestaltet die Sinfonie in einem hochkomplexen Netz kontrapunktischer Bezüge und verzichtet bewusst auf ein außermusikalisches Programm, begreift sie aber doch als Ausdruck seines Innersten, was erklärt, dass auch in dieser Sinfonie die Klänge der ihn umgebenden Welt widerhallen. Dabei sind Militärmusik, Trauermarsch und Ländler jedoch eher emotionaler Kommentar als musikalische Abbildung. Den persönlichsten Moment stellt sicherlich das Adagietto dar, das der Komponist als erste große Liebeserklärung an seine spätere Frau Alma schrieb und das spätestens in Luchino Viscontis Film »Tod in Venedig« zu Weltruhm gelangte.
Mit Mahlers monumentaler Sinfonie fügt Generalmusikdirektor Daniele Squeo mit der Pfalzphilharmonie Kaiserslautern dem Mahler-Zyklus der Spielzeit 2025/26 eine weitere wichtige Farbe hinzu.
GUSTAV MAHLER
Sinfonie Nr. 5 cis-Moll
Mit Unterstützung der Sparkasse Kaiserslautern
