2. Sinfoniekonzert | Pfalztheater

2. Sinfoniekonzert

Jupiter, Ethel und Manfred

»Frauenpower« ist im Sinfoniekonzert der Pfalzphilharmonie Kaiserslautern am 16.01. in der Fruchthalle angesagt. Ein programmatischer Schwerpunkt der städtischen Konzertreihe in dieser Saison ist, Frauen im männlich dominierten Konzertbetrieb vorzustellen. Die englische Komponistin Ethel Smyth (1858-1944) musste sich die Erlaubnis zu einem Kompositionsstudium wie auch ihren Platz in den Konzertsälen und Opernhäusern regelrecht erkämpfen. Darüber hinaus trat sie mit Vehemenz für Frauenrechte und das Frauenwahlrecht ein, wofür sie sogar eine zweimonatige Gefängnisstrafe verbüßen musste. Erst in den letzten Jahren findet ihr Werk im spätromantischen Tonfall wieder verstärkt Beachtung, wie verstärkt Konzertdarbietungen und Aufführungen ihrer Opern zuletzt in Wuppertal und in Karlsruhe, aber auch zahlreiche Publikationen beweisen. Aus ihrem umfangreichen Schaffen, das von Kammermusik und Liedern über Orchester- und Chorwerken bis zur Oper reicht, erklingt das bemerkenswerte Doppelkonzert für Violine und Horn von 1928 – natürlich mit zwei Solistinnen, der Geigerin Grace Kyung Eun Lee und der Hornistin Haeree Yoo.

Als männliches Gegengewicht wird das Programm ergänzt durch die berühmte »Manfred«-Ouvertüre von Robert Schumann aus der Schauspielmusik nach Lord Byron – Romantik pur. Schumann hat sich offenbar sehr mit dem Titelhelden von Byrons Drama identifizieren können. Seine innere Zerrissenheit war dem Komponisten ganz offenkundig nicht fremd, schon die Ouvertüre ist als packendes musikalisches Seelendrama zu verstehen.
Der Göttervater Jupiter war sicher alles andere als ein Feminist, aber Mozarts letzte Sinfonie im strahlenden C-Dur kann nicht anders als göttlich genannt werden. Dabei stammt der Beiname »Jupiter-Sinfonie« nicht vom Komponisten, er wurde erst Anfang des 19. Jahrhundert etabliert, um den strahlend-festlichen Charakter der Komposition herauszustellen. Die im Sommer 1788 entstandene Sinfonie Nr. 41 C-Dur ist nicht nur Mozarts letzte Komposition in dieser Gattung, sie markiert in ihrer groß angelegten Form auch den Übergang zu Beethovens Sinfonie-Verständnis zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Die Leitung des Konzertabends liegt in den Händen der jungen polnischen Dirigentin Agata Zając, die mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet wurde und bereits mit renommierten Orchestern in ganz Europa wie u. a. dem BBC Philharmonic Orchestra, den Grazer Philharmonikern, dem Orchestre National de Metz, der Malmö Opera, dem Malta Philharmonic Orchestra, der Philharmonie Stettin und der Philharmonie Posen gearbeitet hat.

 

ROBERT SCHUMANN
Ouvertüre zu »Manfred« op. 115

ETHEL SMYTH
Doppelkonzert für Violine und Horn

WOLFGANG AMADEUS MOZART
Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 (»Jupiter«)

 

Tickets erhalten Sie beim Referat Kultur der Stadt Kaiserslautern.

Besetzung

Dirigentin Agata Zając
Violine Grace Kyung Eun Lee
Horn Haeree Yoo

Orchester Pfalzphilharmonie Kaiserslautern
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