Else Lasker 2016_Header

Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis und -Stückepreis des Pfalztheaters.

Chronik
"25 Jahre Else Lasker-Schüler-Dramatikerpreis"

Im Februar 1993 wurde zum ersten Mal der „Else Lasker-Schüler-Dramatikerpreis“ verliehen. Erste Preisträgerin war Kerstin Specht. Sie wurde ausgezeichnet für ihr Stück „Mond auf dem Rücken“.

Der Dramatikerpreis wurde von Pfalztheater-Intendant Pavel Fieber und der rheinland-pfälzischen Kultusministerin Dr. Rose Götte ins Leben gerufen. Er wird vom Pfalztheater Kaiserslautern im Auftrag der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur ausgelobt. Sinn und Zweck ist die Förderung der deutschsprachigen Dramatik. Der Hauptpreis wurde mit DM 30.000 dotiert (heute: 10.000 Euro). Gleichzeitig wurde ein Nachwuchs-Förderpreis in Höhe von DM 5000 vergeben (erster Preisträger: Michael Roes für „Cham“). Das Pfalztheater Kaiserslautern hat auf alle Preisträgerstücke die Uraufführungsoption.

Der Preis wird alle zwei Jahre ausgelobt. Die Ausschreibungsorganisation liegt bei der Öffentlichkeitsarbeit des Pfalztheaters.

Die Jury setzt sich aus fünf Personen aus Forschung und Lehre, Feuilleton und Theater zusammen – die Juroren der ersten Ausschreibung waren: Frau Prof. Dr. Erika Fischer-Lichte (damals Uni Mainz), Prof. Dr. Anke Roeder (damals Uni München), Gerhard Jörder (damals Leiter des Feuilletons der Badischen Zeitung Freiburg), Dr. Klaus Pierwoß (damals Generalintendant Theater Bremen) und Prof. Dr. C. Bernd Sucher (Feuilleton Süddeutsche Zeitung). Vorsitzender der Jury (ohne Stimmrecht) ist der Intendant des Pfalztheaters.
1999 wurde die Preisverleihung in die Staatskanzlei Mainz verlegt.

Im Februar 2015 fand die Preisverleihung wieder im Pfalztheater Kaiserslautern statt und wurde von Ministerpräsidentin Malu Dreyer vorgenommen.
Seit der Ausschreibung 2014 hat sich der Ausschreibungsmodus erneut verändert: Der Dramatikerpreis in Höhe von 10.000 Euro wird von der Jury für ein vorliegendes dramatisches Gesamtwerk verliehen. Der Stückepreis ist dreigeteilt. Die aktuellen Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

Der „Else Lasker-Schüler-Dramatikerpreis“ ist einer der höchstdotierten Dramatikerpreise Deutschlands.


Teilnahmebedingungen Stückepreis

Für den Stückepreis, der der Nachwuchsförderung gewidmet ist (für Autorinnen und Autoren bis 35 Jahre) können Bewerbungen eingereicht werden (ausgedruckt, in zweifacher Ausfertigung an: Pfalztheater Kaiserslautern, Stückepreis, Willy-Brandt-Platz 4-5, 67657 Kaiserslautern).
Dem Werk soll eine Kurzbiografie beigefügt werden.

Der Stückepreis wird in drei Preisstufen vergeben:
Der erste Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Das prämierte Stück wird am Pfalztheater uraufgeführt.
Das Preisgeld für den zweiten Stückepreis beträgt 3.000 Euro und kann auf Wunsch als dreimonatiges Aufenthaltsstipendium am Pfalztheater in drei Monatsraten ausgezahlt werden.
Der dritte Stückepreis wird mit 2.000 Euro honoriert.
Der Jury gehören an:
Esther Boldt (Autorin und Theaterkritikerin), Meike Klingenberg (ZDFkultur/3sat), Prof. Dr. Franziska Schößler (Universität Trier) und Ulrich Khuon (Intendant des Deutschen Theaters Berlin). Vorsitzender der Jury ist der Intendant des Pfalztheaters Urs Häberli.

Die Einreichungen sind in gedruckter Form und zweifacher Ausfertigung an das Pfalztheater Kaiserslautern zu senden:
Pfalztheater Kaiserslautern
Stückepreis
Willy-Brandt-Platz 4-5
67657 Kaiserslautern

 

13. Ausschreibung des „Else Lasker-Schüler-Dramatikerpreises“ und „-Stückepreises“ des Pfalztheaters Kaiserslautern im Auftrag der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur:

Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 2018 an Ewald Palmetshofer -
Stückepreise an Nele Stuhler, Leon Engler und Philippe Heule

Der Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 2018 des Pfalztheaters Kaiserslautern im Auftrag der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur geht an Ewald Palmetshofer.
Die Preisjury, bestehend aus Urs Häberli (Vorsitzender), Esther Boldt, Meike Klingenberg, Prof. Dr. Franziska Schößler und Ulrich Khuon, hat sich einhellig für die Preisvergabe entschieden.

Der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer erhält in diesem Jahr den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis.
Palmetshofers virtuoser und spielerischer Umgang mit Sprache ermöglicht einen scharfen analytischen, aber auch empathisch-humorvollen Blick auf unsere Welt. Zwischenmenschliche Beziehungen werden genauso ins Visier genommen wie die großen politischen Spannungsfelder und gesellschaftlichen Verwerfungen. Auch seine Auseinandersetzung mit dem klassischen Dramenkanon ist höchst produktiv und erhellend: Die wunderbare Überschreibung von Gerhart Hauptmanns „Vor Sonnenaufgang“ führt den Stoff luzide ins Heute und entlockt ihm überraschende soziale Gegenwartsaspekte.

Der mit 5.000 Euro dotierte und mit der Uraufführung am Pfalztheater Kaiserslautern verbundene erste Stückepreis geht an Nele Stuhler für ihr Stück „Fische“.
Die Performerin, Regisseurin und Autorin Nele Stuhler hat mit "Fische" eine herrlich absurde Einschließungsfantasie geschrieben: Ein Mensch und sein Fisch, aufeinander zurückgeworfen in einer ungewissen Welt. Dabei sind ihren Dialogen sind ein besonderer Witz und Musikalität zu Eigen, die mit Leichtigkeit die Untiefen des Miteinander-Seins auszuloten scheinen. Zugleich ist Stuhlers Text ganz klar eine Spielvorlage, die der Regisseurin oder dem Regisseur einigen Erfindungsreichtum abverlangt.
„Fische“ wird am 8. März 2019 am Pfalztheater Kaiserslautern uraufgeführt.

Der mit 3.000 Euro ausgestattete zweite Stückepreis, der auf Wunsch auch als dreimonatiges Aufenthaltsstipendium am Pfalztheater Kaiserslautern ausgegeben werden kann, wird an Leon Engler für sein Stück „Die Benennung der Tiere“ verliehen.
In der U-Bahn fällt ein Mann auf die Gleise – so die recht triviale Ausgangssituation von Englers Komödie. Die Figuren, die sich um den Gestrandeten scharen, einfache Leute und Promis, überbieten sich in hysterisch-grotesken Hilfsaktionen und lesen blindwütig Bedeutung in den Fall: Es handle sich um den Wal aus der Bibel, so eine der zahlreichen Vermutungen. Sie alle reichen dem gestürzten Mann nicht die Hand, sondern erlösen sich selbst – die Promis auf dem Mars, die kleinen Leute im Mythos, der nicht hält, was er verspricht. Engler legt eine raffinierte Parabel über Erlösungshoffnungen und die Verkennung des Notwendigen vor, mit viel Witz, Übertreibung und Wortspielen zwischen Hund, Krebs und Wal, unter denen der Mensch als animal triste rangiert.

Der dritte Stückepreis von 2.000 Euro geht an Philippe Heule.
Die Jury würdigt Philippe Heules Werk „Die Stunde, als wir nichts voneinander wissen wollten“ als ein textintensives Exposee verschiedenster Reflexionsformen über den Krieg.
Er stellt fragmentarisch diverse Textflächen und Botschaften, Kriegsberichte, TV-Beiträge, NGO-Statements gegenüber und deckt so die zersplitterte Wahrnehmung der medialen Berichterstattung auf. Die Texte bewegen sich zwischen Fiktion und unausgesprochenen Bezügen zu unserer Realität. Heule setzt sich so mit dem Phänomen von Wahrheit und Wirklichkeit auseinander.

Die Preisverleihung findet am 19. Oktober 2018 im Pfalztheater Kaiserslautern statt und wird von Ministerpräsidentin Malu Dreyer vorgenommen.



Die Preisträger im Überblick

1993 Kerstin Specht „Mond auf dem Rücken“ (UA)
(Förderpreis: Michael Roes „Cham“)

1995 Harald Kislinger „Höllenschlund“ (UA)
(Kein Förderpreis)

1997 geteilt: Volker Lüdecke „Darja“ (UA) und Werner Fritsch „Höllensturz: Es gibt keine Sünde im Süden des Herzens“ (Förderpreis: Roland Schimmelpfennig „Fisch um Fisch“)

1999 Rainald Goetz (Dramatikerpreis)
Steffen Kopetzky (Stückepreis)

2001 Einar Schleef (Dramatikerpreis, posthum)
Dirk Dobbrow (Stückepreis)

2003 Elfriede Jelinek (Dramatikerpreis)
Claudius Lünstedt (Stückepreis)

2005 Dea Loher (Dramatikerpreis)
Torsten Buchsteiner (Stückepreis)

2008 Fritz Kater (Dramatikerpreis)
Almut Baumgarten (Stückepreis)

2010 Roland Schimmelpfennig (Dramatikerpreis)
Azar Mortazavi / Achim Stegmüller (Stückepreis)

2012 René Pollesch (Dramatikerpreis)
Nina Büttner (Stückepreis)

2014 Peter Handke (Dramatikerpreis)
Thomas Köck, Bonn Park, Sophie Nikolitsch (Stückepreise)

2016 Sibylle Berg (Dramatikerpreis)
Maria Milisavljevic, Nina Ender, Stephan Roiss (Stückepreise)

 

Aktuelle Zusammensetzung der Jury

  • Esther Boldt (Autorin und Theaterkritikerin)
  • Meike Klingenberg (ZDFkultur/3sat)
  • Prof. Dr. Franziska Schößler (Professorin für Neuere deutsche Literatur-Schwerpunkt Theaterwissenschaft, Universität Trier)
  • Ulrich Khuon (Intendant Deutsches Theater Berlin)
  • Urs Häberli (Intendant Pfalztheater und Vorsitzender der Jury)