Geächtet (Disgraced).



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Stück von Ayad Akhtar

Deutsch von Barbara Christ
Premiere 01|10|2017 | Werkstattbühne


Du sagst, dass Muslime so anders sind. Du bist doch gar nicht anders. Paella? Spanische Weine? Du stellst dir unter dem
guten Leben dasselbe vor wie ich. Ich meine, ich hätte gar nicht gemerkt, dass du Muslim bist, ohne den Artikel in der Times.

Der New Yorker Wirtschaftsanwalt Amir Kapoor ist glücklich verheiratet
und im Begriff, den größten Karrieresprung seines Lebens
zu machen. Der Sohn pakistanischer Einwanderer ist Anwalt und
arbeitet in einer renommierten jüdischen Kanzlei in New York.
Er trägt teure Hemden, genießt gutes Essen und wohnt in einem
Loft in der Upper East Side von Manhattan. Seine Strategie heißt
Assimilation – sein Problem Identität. Denn Integration bedeutet im
Post-9/11-Amerika für Amir die Abkehr von den eigenen Wurzeln
wie dem Islam. Anders seine Frau Emily: Die weiße Amerikanerin ist
aufstrebende Malerin und hat durch die Kunst die islamische Kultur
für sich entdeckt. Als bei einem Abendessen mit ihrem jüdischamerikanischen
Kurator Isaac und dessen Frau Jory eine Diskussion
über religiöse Traditionen eskaliert, verliert Amir die Kontrolle,
und das, was als freundliche Unterhaltung beginnt, entwickelt sich
rasch in eine gefährliche Richtung.
Ayad Akhtars 2013 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnetes Stück
sprengt nicht nur auf der zwischenmenschlichen Ebene die gediegen
freundschaftliche Viererkonstellation mit eloquentem Vergnügen
in die Luft. Dass es darüber hinaus prägnant die unselige
Kombination von geleugnetem Alltagsrassismus und geheuchelter
Überakzeptanz auf den Punkt bringt, in der wir uns eingerichtet
haben, macht es herausragend. Virtuos und erhellend streut Akhtar
Salz auf eine höchst aktuelle Wunde unserer Zeit.
„Geächtet“ wurde in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift
„Theater heute“ zum „besten ausländischen Stück des Jahres
2016“ gewählt.

Preise Werkstattbühne

Besetzung

Amir, Anwalt Stefan Kiefer
Emily, seine Frau, Künstlerin Maike Elena Schmidt
Isaac, Kurator des Whitney-Museums Jan Henning Kraus
Jory, seine Frau, Anwältin Isabella Bartdorff
Abe, Amirs Neffe Stefan Herrmann

Leitung

Inszenierung Harald Demmer
Bühne und Kostüme Oliver Kostecka
Dramaturgie Andrea Wittstock