Die Netzwelt.



Die_Netzwelt
Stück von Jennifer Haley

Premiere 01|03|2018 | Werkstattbühne

„Die Netzwelt wird zum Bezugsrahmen für unser Dasein. Wenn es dort genauso wie im Leben zugeht, sollten die gleichen
Gesetze gelten …“ – „Es ist nicht dieselbe Art des Daseins! Es ist reine Fantasie! In ihr sollten die Menschen frei sein! An
diesem einen Ort sollten sie absolut privat sein dürfen!“ – „Es gibt eine Grenze, sogar in der Fantasie.“

Der Traum der unbegrenzten Möglichkeiten ist endlich wahr
geworden. In einer nicht allzu fernen Zukunft kann man in der
virtuellen Welt nicht nur mittels eines Avatars, einer künstlichen
Präsenz, Abenteuerspiele spielen, sondern vermittels diesem auch
fühlen, hören und schmecken: die perfekte virtuelle Welt und die
totale Freiheit. Man kann in dieser digitalen Wunderwelt arbeiten,
lernen, Hobbys nachgehen oder sich in das „Refugium“ zurückziehen,
die vollständigste Simulation einer anderen Realität. Das
Refugium ist ein Club, in dem die Mitglieder die Möglichkeit haben,
ihre geheimsten Wünsche und Träume in der digitalen Wirklichkeit
auszuleben.
Aber bald entpuppt sich das Refugium als Umschlagplatz für Sex
und Gewalt. Die Ermittlerin Morris versucht, den Betreiber wegen
des Verdachts auf kriminelle Handlungen zu überführen. Er hingegen
beruft sich auf die unbedingte Freiwilligkeit aller Beteiligten und
die Fiktionalität des Geschehens. Morris schickt einen verdeckten
Ermittler, „Woodnut“, in diese virtuelle Realität, um Beweise gegen
den Betreiber Sims zu sammeln. Doch „Woodnut“ gerät immer
tiefer in den Strudel der Machenschaften im Refugium.
Jennifer Haleys preisgekröntes Stück von 2015 stellt in einem
spannenden Szenario die Fragen, die uns im Umgang mit dem
Internet derzeit umtreiben: Ist das Internet, die virtuelle Welt, ein
gesetzloser Raum? Und sollte er das auch sein? Welche Folgen
hat das Tun in der Virtualität auf die Realität? Welche Grenzen sind
dem menschlichen Verlangen gesetzt, wenn kein Korrektiv mehr
übergeordnet ist? Das Ergebnis ist ein fesselnder Krimi, der alle
moralischen Gewissheiten auf den Prüfstand stellt – und ein verstörender
Blick in eine Zukunft, die längst begonnen hat.

Preise Werkstattbühne

Leitung

Inszenierung Max Claessen
Bühne und Kostüme Ilka Meier