Neda - Der Ruf.



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Oper von Nader Mashayekhi
Text von Nadja Kayali und Angelika Messner
Premiere 23|04|2017 | Großes Haus

„Die Liebe, was fehlt, ist die Liebe.“


Mit „Neda – Der Ruf“ kommt die Oper eines iranischen Komponisten am Pfalztheater zur Aufführung: Persische Musiktradition
verbindet sich hier mit der europäischen Kunstform Oper.
Der Titel der Oper erinnert an die Studentin Neda Agha-Soltan,
die im Juni 2009 vermutlich von Milizen des iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad bei einer Demonstration in Teheran erschossen wurde. Dieses Ereignis bildet die gedankliche
Folie für die Handlung der Oper, die in die Welt des mittelalterlichen persischen Dichters Nizami, des Autors berühmter
Liebesepen und Märchen, führt.
Erzählt wird, wie Nizami die Sklavin Apak vom Fürsten als
Belohnung für eine gelungene Geschichte bekommen hatte. Er
ist beeindruckt von ihrer Klugheit und ihrem Selbstbewusstsein.
Der patriarchalen Männerwelt ist sie jedoch ein Dorn im Auge,
Apak wird schließlich vergiftet. In seinen Dichtungen versucht
Nizami nun zu einer neuen fortschrittlichen Sicht auf die Rolle
der Frau zu kommen und erfindet Frauengestalten wie Turandot,
Nushabe und Fitna.
Nader Mashayekhis 2010 in Osnabrück uraufgeführte Oper beschäftigt sich durch den literarischen Rückgriff äußerst differenziert und sensibel mit dem Rollenbild der Frau in der islamischen
Gesellschaft. Der Name „Neda“ bedeutet im Persischen „Ruf“
oder „Stimme“. Den Frauen in der iranischen Gesellschaft wird
durch diese Oper eine Stimme verliehen.
Nader Mashayekhi wurde 1958 in Teheran geboren und wuchs
in einer Theaterfamilie auf. Sein Musikstudium absolvierte er
zunächst in Teheran, später dann in Wien. 1989 gründete er das
„Ensemble Wien 2001“ (heute: „Ensemble Wien 21. Jahrhundert“), dessen Programme mit der Konfrontation von historischen, traditionellen und avanciert zeitgenössischen musikalischen Werken er maßgeblich mitgestaltete. Von März 2006 bis zu seiner Entlassung durch das iranische Ministerium für Kultur
und islamische Führung im Juli 2007 war Nader Mashayekhi
Chefdirigent des Teheraner Symphonieorchesters.

Preise D


Besetzung

Nizami Wieland Satter
Apak Monika Hügel / Anne Ellersiek
Turandot Adelheid Fink
Nuschabe Xiaoyi Xu
Fitna Arlette Meißner
Der Freund Daniel Kim
Ältester Alexis Wagner
Gelehrter Jung-Baik Seok
Der andere Nizami Mohammad Alshathily

Orchester des Pfalztheaters | Chor des Pfalztheaters | Statisterie des Pfalztheaters

Leitung

Musikalische Leitung Rodrigo Tomillo
Inszenierung Holger Müller-Brandes
Bühne Thomas Dörfler
Kostüme Astrid Noventa
Leitung Chor Johannes Köhler
Dramaturgie Andreas Bronkalla